Freiheit für Narges Mohammadi
Narges Mohammadi, Alexander-Langer-Preisträgerin 2009, wurde in der Nacht vom 10. auf den 11. Juni 2010 von der iranischen Geheimpolizei verhaftet. Laut Taghi Rahmani, ihrem Ehemann, zeigten die Polizeibeamten einen Haftbefehl, der weder einen Grund enthielt noch auf ihren Namen erlassen worden war. Auf die Frage nach dem Grund der Festnahme lautete die Antwort, sie seien berechtigt, all jene zu verhaften, die verdächtigt würden, regierungsfeindliche Tätigkeit auszuüben oder die Staatssicherheit zu gefährden. Die Alexander-Langer-Stiftung ruft die Bevölkerung zu einer Unterschriftensammlung auf und organisiert eine Kundgebung am 3. Juli 2010 um 18.30 Uhr beim Café Plural in Bozen.

Seit einiger Zeit war der Druck auf Narges Mohammadi immer stärker geworden, um sie davon abzubringen, ihre Tätigkeit und ihr Engagement im Zentrum für die Verteidigung der Menschenrechte fortzuführen. Zu diesem Zweck war sie wiederholt verhört und Ende 2009 als Ingenieurin entlassen worden.
Narges Mohammadi wurde ins Evin-Gefängnis gebracht und wird dort in Isolationshaft gefangen gehalten. Aufgrund ihres Gesundheitszustandes – vor drei Jahren erlitt sie eine Lungenembolie – ist diese Haft jedoch nicht länger erträglich. Über eine mittels Kaution freigekommene Inhaftierte hat sie wissen lassen, dass sie daran denkt, aus Protest einen Hungerstreik zu beginnen.
Im Mai 2009 wurde ihr der Reisepass entzogen. Demzufolge konnte Narges Mohammadi auch nicht nach Italien kommen, um ihren Preis entgegenzunehmen. An ihrer Stelle war im vergangenen Juli Shirin Ebadi, Friedensnobelpreisträgerin 2003, nach Bozen gekommen und darauf auch u. a. in Kammer und Senat empfangen worden. Dabei hatte Kammerpräsident Gianfranco Fini seine Bereitschaft erklärt, Narges Mohammadi zu empfangen, wenn sie ihren Reisepass wieder erlangt hätte.
So wie Narges werden auch Hunderte von AktivistInnen und JournalistInnen, die sich für Zivil- und Menschenrechte einsetzen, in Gefangenschaft gehalten. Um ihre Freilassung zu fordern, fanden am vergangenen 12. Juni in Bozen und in zahlreichen anderen Städten auf der ganzen Welt Kundgebungen und Unterschriftensammlungen statt.
Die Alexander-Langer-Stiftung richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger, an die VertreterInnen der Institutionen, des Vereinswesens und der Medien, damit sie alle diesen Appell unterschreiben mögen und sich bestmöglich und auf die wirksamste Art und Weise für die Freilassung Narges Mohammadis und aller anderen Gewissenshäftlinge im Iran einsetzen mögen.
Die Namen der UnterstützerInnen dieses Appells werden im Rahmen einer Kundgebung, die am
3. Juli 2010 in Bozen mit Start
um 18.30 Uhr beim Café Plural am Pfarrplatz stattfinden wird, publik gemacht.
Weitere Informationen:
Alexander-Langer-Stiftung
Latemarstr. 3
39100 Bozen
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