"Guten Appetit –
Was Sie über Essstörungen wissen sollten …"
Immer mehr Menschen leiden an Essstörungen – auch in Südtirol. Um über diese Krankheit aufzuklären hat INFES, die Fachstelle für Essstörungen, eine Broschüre herausgegeben, die am 23. März 2010 in Bozen vorgestellt wurde.

"Guten Appetit – Was Sie über Essstörungen wissen sollten …" heißt die neue Broschüre, die von INFES-Koordinatorin
Raffaela Vanzetta und ihren beiden Mitarbeiterinnen
Elke Kalser und
Angelika Fauster zusammengestellt wurde. Der Titel ist Programm: Es ist "ein Wunsch – wir wünschen den Leuten, die an Essstörungen leiden, dass sie ihre Freude am Essen und ihren Appetit wiederfinden", so Vanzetta.
Dass dieser Wunsch immer mehr Menschen betrifft, belegen die neuesten Statistiken: Die Zahl der Betroffenen, die sich an INFES wenden und beraten lassen, steigt Jahr für Jahr rapide an. Die Zahl der minderjährigen Mädchen, die an Essstörungen leiden, wächst. In den vergangenen Jahren wurden in Italien Essstörungen bei Mädchen im Alter von 12 bis 25 Jahren die am häufigsten tödlich endende Erkrankung, so Vanzetta. In den Jahren 2008 und 2007 kontaktierten ca. 200 neue Patientinnen und Patienten die sanitären Dienste in Südtirol. "Besonders die Zahl minderjähriger Mädchen ist stark gestiegen", betonte Vanzetta. 17 Prozent der Personen, die Rat bei INFES suchten, waren jünger als 15.
Immerhin ist die Anzahl an neuen Patientinnen in allen vier Sanitätsdiensten in den vergangenen drei Jahren nicht gestiegen, sondern konstant geblieben. Insgesamt betreuten die Südtiroler Sanitätsdienste im Jahr 2009 mehr als 500 Patientinnen und Patienten mit Essstörungen, darunter 205 neue Fälle.
Aber auch Männer sind betroffen: In Südtirol sind es drei bis vier Prozent der Beratungsfälle (insgesamt 20). Wie hoch die Zahl tatsächlich ist, ist allerdings unklar, denn im Allgemeinen wenden sich Männer weniger häufig an Beratungseinrichtungen als Frauen.
Der neue Infofolder, der in Deutsch und Italienisch erhältlich ist, soll der Prävention und der Aufklärung über Essstörungen dienen. "Nach persönlichen Beratungsgesprächen kann die Information durch die Broschüre, die jeder mit nach Hause nehmen kann, nachwirken", erläuterte INFES-Mitarbeiterin Angelika Fauster. Zudem sei der Lokalbezug wichtig: "Es ist die erste Broschüre, die sich auf Südtiroler Beratungs- und Hilfseinrichtungen bezieht", so Fauster.
Inhaltlich beschäftigt sich die Broschüre mit Fragen wie "Was sind Essstörungen?" oder "Wie erkennt man sie?" und erklärt "Wege aus einer Essstörung" oder "Essstörungen bei Männern". Weiters enthält die Broschüre auch Tipps für Angehörige und Freunde von Betroffenen.
Sanitätsdirektor
Dr. Oswald Mayr wies darauf hin, dass es wichtig sei, mit der Thematik Essstörungen öffentlich und bewusst umzugehen. Er wies als Anlaufstelle auch auf die Fachambulatorien in den Gesundheitsbezirken hin, die mit der INFES zusammenarbeiten.
Als Testimonial des neuen INFES-Projekts hat sich Miss Südtirol
Andrea Aster zur Verfügung gestellt. "Wir haben Andrea Aster eingeladen, weil sie nach ihrer Wahl erklärt hat, dass sie noch nie eine Diät gemacht hat und dass sie gerne isst", sagte Vanzetta.
Die Broschüre ist bei INFES erhältlich oder kann online bestellt werden.
Weitere Informationen:
INFES - Fachstelle für Essstörungen
Talfergasse 4
39100 Bozen
Tel: 0471/970 039
Fax: 0471/940 220
E-Mail:
info@infes.it
Link:
www.infes.it