chancengleichheit

Kaiserschnitte: Unabhängige Aufklärung statt Entmündigung


Pressemitteilung des Landesbeirats für Chancengleichheit zwischen Frau und Mann - 10. September 2010

"Die Wahl der Geburt – ob spontan oder Kaiserschnitt – muss primär den gebärenden Frauen überlassen werden und darf nicht für einen Stellvertreterkrieg einer so genannten‚ ‚korrekten Familienpolitik’ missbraucht werden", stellt die Landesbeiratspräsidentin für Chancengleichheit Ulrike Oberhammer fest.

Zwar liegt auch in Südtirol die Zahl der Kaiserschnitte über den von der WHO empfohlenen 15 Prozent. Mit rund 24 Prozent bildet Südtirol aber das Schlusslicht in Italien – nur in der Toskana werden noch weniger Kaiserschnitte durchgeführt!

Wir verkennen nicht, dass die Entscheidung für oder gegen eine natürliche Geburt keine leichte ist und oft auch aus Angst vor einer natürlichen Geburt oder ihren Folgen passiert. Deshalb aber Kaiserschnittgeburten als solche und damit alle Frauen zu verdammen, die ihr Kind per Kaiserschnitt zur Welt bringen, ist keine Lösung.

Die Frage darf nicht heißen, wie können wir Frauen dazu zwingen, jene Art der Geburt zu wählen, die der Gesellschaft als die richtige erscheint, sondern: wie können wir werdende Mütter bestmöglich durch behandelnde Ärzte und durch unabhängige Dritte umfassend aufklären, damit sie selbst für sich und ihr Kind, in ihrer ganz persönlichen Situation, die richtige Entscheidung treffen.

Darüber hinaus sollte allen – und nicht nur wohlhabenden – Frauen auch weiterhin die Möglichkeit offen stehen, ihr Kind in der Marienklinik zur Welt zu bringen. Die finanzielle Unterstützung dieser nicht für Frauen unverzichtbaren Struktur durch die öffentliche Hand ist wie in der Vergangenheit auch heute und in Zukunft dringend notwendig.



Die Präsidentin Die Vizepräsidentin
Ulrike Oberhammer Patrizia Trincanato