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AFI-IPL-Newsletter: "Wohlfahrtsstaat für die Familien: Österreich, Deutschland und Frankreich im Vergleich"


Der aktuelle Newsletter des Arbeitsförderungsinsituts AFI-IPL zum Thema "Wohlfahrtsstaat für die Familien: Österreich, Deutschland und Frankreich im Vergleich" vergleicht die drei europäischen Staaten in Bezug auf Familienpolitik. Fazit: Der italienische Staat gibt gerade mal 281 € pro Kopf für die Familien aus, das entspricht 1,2% des BIP. Im Vergleich dazu werden in Europa durchschnittlich 2,2% des BIP für familienpolitische Maßnahmen ausgegeben.


Auszug:
Die verschiedenen europäischen Wohlfahrtsysteme weisen in der Familienpolitik unterschiedliche Orientierungen auf, die einerseits die Kosten für Kinder als Verbraucher von Gütern (anhand der direkten Zahlungen der Familienzulagen und anderer Beiträge, aber auch durch vorteilhafte Steuerregelungen) und andererseits als Verbraucher von Zeit (hinsichtlich Elternurlaube, Pflegegeld, Dienste für Kleinkinder) unterstützen.

In Italien basiert die Familienpolitik auf einem Modell erweiterter Subsidiarität, d.h. an die Familie werden Solidaritätserwartungen gestellt, gemäß derer sich in erster Linie die Frauen um Haus und Kinder (sowie um eventuelle ältere Elternteile oder anderweitig behinderte Familienmitglieder) und um die Hausarbeit kümmern sollen. Der Wohlfahrtsstaat für die Familie ist in Italien durch ein Modell geprägt, das mehr für die Renten wie für die Familien ausgibt. Die Situation in Italien ist im übrigen typisch für die mediterranen Länder, die sowohl für Geldzahlungen als auch für Betreuungsleistungen wenig ausgeben, da sie diese Ausgaben als Kosten und nicht als eine "Investition" in die Zukunft des Landes betrachten.

Der italienische Staat gibt insgesamt circa ein Viertel des Bruttoinlandsproduktes (26,6%) für die soziale Absicherung (d.h. Gesundheitskosten, Arbeitslosenunterstützung, Alters-, Berufsunfähigkeits- sowie Hinterbliebenenrenten, etc.) aus und befindet sich damit im europäischen Durchschnitt (welcher unter Einbeziehung der 27 im Jahre 2006 der EU angehörenden Länder 26,9% beträgt). Die Zusammensetzung der Sozialausgaben verzeichnet allerdings starke Abweichungen von einer Nation zu anderen; in Europa werden durchschnittlich 2,2% des BIP für die Familienpolitik ausgegeben, während Italien nur 1,2% des BIP für die Familie und die Kinder aufwendet; in den skandinavischen und den deutschsprachigen Ländern beträgt der Anteil des BIP, der für die Unterstützung der Familien ausgegeben wird, 3%.


AFI-IPL Newsletter 3/2009: "Wohlfahrtsstaat für die Familien: Österreich, Deutschland und Frankreich im Vergleich"



Weitere Informationen:
AFI-IPL Arbeitsförderungsinstitut
Neubruchweg 5/B/VII
39100 Bozen

Ansprechpartnerin:
Dr.in Silvia Vogliotti
Tel: 0471/061 952
E-Mail: silvia.vogliotti@afi-ipl.org
Link: www.afi-ipl.org





PT - 17.04.09