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"Mit Vorsicht zu handhaben"


Im Rahmen der Ausstellungsreihe "MUSEION at the EURAC tower - Wissen schaf(f)t Kunst" lädt die EURAC alle Interessierten herzlich ein zur Eröffnung der Ausstellung "MANEGGIARE CON CURA" ("Mit Vorsicht zu handhaben") der Künstlerin Daniela Chinellato am


Mittwoch, den 19. Mai 2010
um 18.30 Uhr
im EURAC tower
Drususallee 1, Bozen.




Zur Ausstellung:
"Vor so einem wichtigen und komplexen Thema wie es das Verhältnis zwischen Wissenschaft, Natur und Gesellschaft darstellt, ist es eine Pflicht Vorsicht walten zu lassen", so Daniela Chinellato nach Gesprächen mit Deborah Mascalzoni, Bioethikerin am EURAC-Institut für Genetische Medizin. Vor allem im Jahr, das die UNO zum Internationalen Jahr der Biodiversität erklärt hat. "Mit Vorsicht zu handhaben" ist eine Warnung und eine Verhaltensweise, die die Künstlerin annimmt, um an Themen und Voraussetzungen der Bioethik heranzugehen. Verhaltensweise und Aktionen einzelner Individuen haben keinen sumerischen Wert, sondern sind Verursacher einer effektiven Veränderung. Chinellato lädt die BesucherInnen nicht nur ein, die Ausstellung mit Sorgfalt zu besichtigen, sie mahnt sie auch, umsichtig mit der Natur und den Fragen umzugehen, die die Bioethik aufwirft.

Daniela Chinellato setzte sich mit den Grundprinzipien in der Umwelterziehung auseinander und erarbeitete eine Kunstinstallation, die aus zwei Teilen besteht: einem im Turminneren und einem auf dem Vorplatz der EURAC. Die Außeninstallation besteht aus einer zerbrochenen Tonplatte. Vorher hat sie die Künstlerin in dem ihr eigenen Stil mit einem großen Foto bedruckt. Die Installation steht für die Museumsvitrine, in der die ausgestopften Tiere im Naturgeschichtsmuseum "La Specola" ausgestellt werden. Die Künstlerin hat nach den Gesprächen mit der EURAC-Wissenschaftlerin das Museum in Florenz besucht und sich davon inspirieren lassen. Die Installation stellt die Sorgfalt, aber auch die Zerbrechlichkeit der Situation dar, die schmale Gradwanderung zwischen der Schönheit der Natur und der Notwendigkeit der wissenschaftlichen Forschung. Riemen treten aus dem Foto heraus und stehen für das Prinzip der Vorsicht. Die Riemen enden in einer großen Aufschrift mit dem Titel der Ausstellung "MANEGGIARE CON CURA (MIT VORSICHT ZU HANDHABEN)", der rückwärts geschrieben ist, um zu zeigen, wie die Künstlerin das Konzept interpretiert.

Im Turminneren gibt es eine große Anzahl weiterer Riemen und Stäbe, die die AusstellungsbesucherInnen bis ins oberste Stockwerk des Turmes führen, wo sie ein fast zur Gänze in Stoff umhülltes ausgestopftes Tier empfängt. Dieses Element sorgt zeitgleich für Staunen und Verblüffung und ist Grundlage vieler Studien; es fungiert als Wächter einer melancholischen Grenze zwischen Natur und Forschung. Ein technischer Mechanismus, der von den BesucherInnen ausgelöst werden kann, setzt ein Element der Installation in Bewegung, und es ertönt ein Klang, der für das Leben steht. Jede Bewegung bringt eine Veränderung mit sich, die nicht immer absehbar ist und somit die Auswahl sichtlich erschwert. Im Stiegenhaus des Turmes sind außerdem verschieden große Fotografien auf zerbrochenen und wieder reparierten Tonscheiben angebracht.

Die Künstlerin zeigt mit diesen Bildern in ihrer Sprache Ereignisse, die die Zerbrechlichkeit des Lebens und das Voranschreiten der Zeit wiedergeben. Die BesucherInnen werden von diesen Bildern bis hin zum ausgestopften Tier begleitet, das normalerweise im Museum ausgestellt wird und versucht die Natur nachzuahmen, in diesem Fall aber "endlich" befreit ist. Es handelt sich um eine weitere Situation, die mit Sorgfalt gehandhabt werden soll, da es einerseits um wissenschaftliche Forschung geht und andererseits um die Natur, die zwangsweise "museifiziert" wurde.


Kuratiert von: Letizia Ragaglia, Frida Carazzato (MUSEION) und Annelie Bortolotti (EURAC)


Ausstellungsdauer: 19. Mai bis 16. Juli 2010
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 14 bis 18 Uhr





Weitere Informationen unter http://tower.eurac.edu.


Infos zu Daniela Chinellato finden Sie hier.



 


PT - 17.05.10