Maria-Delago-Platz mitten im Zentrum von Bozen
Am 29. März 2010 fand in der Galerie Prisma in der Bozner Weggenstein zuerst eine Einführung in das Leben und Werk der Südtiroler Künstlerin Maria Delago, später dann die offizielle Benennung des Platzes mit der Enthüllung der Tafel statt. Dieser befindet sich an der Kreuzung zwischen Vintler-Straße und Weggensteinstraße.

Eingeladen hatte die Stadtverwaltung mit dem Kabinettsamt des Bürgermeisters und dem Kulturassessorat. Die Feier fand im Beisein von StadtviertelrätInnen, zahlreichen VertreterInnen des Südtiroler Künstlerbunds und der Galerie Fotoforum statt. In den Ansprachen von Kulturstadtrat
Primo Schönsberg, der Stadtviertelrätin und Kunstexpertin
Verena Mumelter und der Präsidentin des Südtiroler Künstlerbundes
Helga von Aufschnaiter kam die Anerkennung der BoznerInnen für ihre "Stadtkünstlerin" zum Ausdruck. Delago war zwar keine gebürtige Boznerin, doch hat sie die Phase ihres langen künstlerischen Schaffens in Bozen verbracht, ihr Atelier befand sich in der Heinrichgasse, und ihr ganzes Leben widmete sie der Kunst und dem Südtiroler Künstlerbund.
Die Benennung nach Maria Delago wurde von der ständigen kommunalen Sonderkommission für die Chancengleichheit von Mann und Frau, von der Gemeinderätin
Sylvia Hofer, vorgeschlagen. Im Anschluss an die Ehrung in der Galerie Prisma enthüllte der Bürgermeister der Stadt Bozen
Luigi Spagnolli die neue Tafel am Platz selbst. Dort stellt die Galerie Fotoforum zum Anlass Paneele mit Arbeiten von Maria Delago vor.
Leben und Werk Maria Delagos
Die 1902 in St. Leonhard in Passeier geborene Maria Delago entstammt einer Familie, welche ihre Wurzeln in Gröden hatte, aber bereits im 19. Jahrhundert nach Meran gezogen war. Maria Delagos Vater war Bezirksrichter. Ihre Mutter, Rosa Amalia Plant, stammte aus Nauders. Der Vater unterstützte Marias Wunsch, künstlerisch tätig zu werden, nicht besonders. Auch reichten die finanziellen Mittel für eine Ausbildung im Ausland nicht aus. Maria Delago war als Erzieherin ausgebildet und erst spät gelang es ihr, ein Studium an der Kunstgewerbeschule des Österreichischen Museums für Kunst und Industrie in Wien aufzunehmen (1924-1926). Nach diesem Studium zog Maria Delago nach Bozen.
Um ihre Tonarbeiten herstellen zu können, übernahm sie den Brennofen der Firma Pickl in der Museumstraße und richtete dort auch ihr Atelier ein. In den 1930er Jahren bildete sie sich in den Niederlanden und in München weiter, wo sich auch verschiedene künstlerische Arbeiten fertigte. 1930 und 1932 hat sie an der 5. und 6. Biennale d'Arte di Bolzano teilgenommen. Es folgten zahlreiche Ausstellungen in Bozen aber auch in Mailand, Innsbruck, Rapperswil, Brüssel, sowie Auszeichnungen und Preise. 1947 war sie an der Neugründung des Südtiroler Künstlerbundes beteiligt, 1964 bekam sie den Walther von der Vogelweide-Preis, 1968 wurde ihr die Ehrenmitgliedschaft des Südtiroler Künstlerbundes verliehen.
Am 10. Februar 1979 ist Maria Delago den Verletzungen erlegen, welche sie bei einem Verkehrsunfall erlitten hat.
Maria Delago hat sich vor allem als Bildhauerin einen Namen gemacht. Den Schwerpunkt hatte sie dabei auf die Arbeit mit Ton gelegt; neben den vielfach glasierten Keramiken fertigte Maria Delago aber auch Bronzen an. Daneben widmete sie sich der Kunst der Radierung. "Mit großer Liebe zum Detail, mit einem einfühlsamen Gespür für die plastische Form hat sie eine Skulptur geschaffen, die nie das Volumen, die Körperlichkeit, verliert" schrieb Gert Ammann im Band "Maria Delago. Ein Leben für die Kunst" (Bozen 1983).
(PM der Stadtgemeinde Bozen: www.gemeinde.bozen.it)