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My Still Life Polaroids

Die Wiener Künstlerin Sabine Jelinek zeigt im Rahmen der Ausstellung "My Still Life Polaroids" vom 30. Jänner bis 12. März 2010 im Kunstraum Café Mitterhofer in Innichen Momentaufnahmen von Gegenständen, Dingen und Sachen des alltäglichen Lebens. Die Eröffnung findet am Samstag, den 30. Jänner 2010 um 19 Uhr statt. Brigitte Felderer von der Universität für angewandte Kunst Wien führt in die Ausstellung ein.

"W 1 / natura morta", 2009
"W 1 / natura morta", 2009
Zur Ausstellung:
Sabine Jelinek greift aus dem Strom der Eindrücke einige präzise Momente heraus. Das stille Leben, das auf ihren Bildern erscheint, bedarf der geschärften Aufmerksamkeit der Künstlerin, um sich gegen die Zeit behaupten zu können. Und doch verewigt Sabine Jelinek nichts. Ganz im Gegenteil, denn was sie festhält, ist nicht der Stillstand der Zeit, sondern deren Vergänglichkeit. Dazu passt auch das Medium, für das sie sich entschieden hat.

Die Polaroids sind einmalig und unwiederbringlich, nicht ein Abzug unter vielen und schon gar keine digitale Bildwirklichkeit, die endlos nachbearbeitet und zurechtgerückt werden kann. Polaroids gehen nicht über den Augenblick ihrer Aufnahme hinaus.

Auch, dass sich Sabine Jelinek für so aufwendige Rahmen entschieden hat, in denen sie ihre Fotografien präsentiert, geht nicht allein auf eine geschmackliche Entscheidung zurück. Die gerahmten Polaroids verweisen darauf, welch paradoxes künstlerisches Medium ein Stillleben darstellt. Die gezeigten Gegenstände des Alltags erscheinen uns kostbar und der Realität entrückt. Wir sehen auf den Fotografien, was wir nur zu gut kennen, ob nun Zitronen oder Geschirr. Doch erkennen wir darin nicht allein das Lebensmittel oder nützliche Ding. Die festgehaltene natura morta mag vielleicht noch, wie von fern, an einen banalen Gebrauch erinnern, doch schauen wir längst schon mit dem Blick der Künstlerin.

Die Stillleben von Sabine Jelinek sind Kleinode, die wir so sehr brauchen, um den notwendigen Abstand einzulegen – zwischen uns und der Welt.

Brigitte Felderer




Sabine Jelinek, geb. 1969 in Wien, Assistentin und Lehrende an der Kunstuniversität Linz, Trägerin mehrerer Atelier-Stipendien (London, New York) und des österreichischen Staatsstipendiums für künstlerische Fotografie. Lebt und arbeitet in Wien und Linz.

Ausstellungen (Auswahl):
2009 Der Blinde Fleck, Galerie Österreichisches Kulturforum in Berlin (D), Haydn Explosiv, Schloss Esterházy in Eisenstadt (A), Natura Morta, Schmiede Erschbaum in Außervillgraten (A), SilvrettAtelier 08, Palais Liechtenstein in Feldkirch (A) – 2008 Mira hatte ein Handy und zwei Flügel, Galerie 5020 in Salzburg, Sammeln Sie sich!, Stadtgalerie Villach (A), real lives - real stories, Kunst im öffentlichen Raum, project space, Kunsthalle wien – 2007 sexflies - rated r for the uncanny, Galerie IG Bildende Kunst in Wien, The Sneeze, Iziko South African National Gallery, Cape Town (ZA), showroom 6, screening in Riga (LV) – 2006 Heute kein Evidenzproblem, Westlicht/Schauplatz für Fotografie in Wien, Blick A, Blick B, Jahresausstellung, Salzburger Kunstverein in Salzburg – 2005 The Unseen World, screening im Echo Park Film Center, L.A. (USA), Realitäten II – Gesellschaftswerte, Fotogalerie Wien, Without Boundaries, WAM Turku City Art Museum in Turku (FIN)



Weitere Informationen:
Kunstraum Café Mitterhofer
Peter-Paul-Rainer-Str. 4
39038 Innichen
Tel: 0474/913 259
E-Mail: mitterhofer.manfred@virgilio.it


 


PT - 29.01.10