news

Vernunft - Macht - Geschlecht: Zur Philosophiegeschichte der Geschlechterordnung

Der Landesbeirat für Chancengleichheit und das Frauenbüro laden alle Interessierten herzlich ein zum Seminar "Vernunft - Macht - Geschlecht: Zur Philosophiegeschichte der Geschlechterordnung" am

Freitag, den 24. März 2006, 15 - 18 Uhr
und
Samstag, den 25. März 2006, 9 - 12 Uhr und 14 - 17 Uhr

im Hotel Alpi, Südtirolerstr. 35, Bozen.


Warum gibt es Staatsmänner, aber nominell keine Staatsfrauen, Hausfrauen, aber kaum Hausmänner? Warum unterscheiden wir zwischen Herren- und Frauenhäusern?

Frauen und Männer besetzen auch im heutigen Europa noch immer verschiedene Plätze. Diese Plätze haben sie häufig selbst ausgesucht, sie wurden ihnen aber auch strukturell zugewiesen. Wir bezeichnen dieses System der zugewiesenen und wie aus eigenem Antrieb gefundenen Plätze als Geschlechterordnung. Gewiss nagelt diese Ordnung den einzelnen nicht mehr fest. Dennoch haben sich frühere Verbote, die Plätze zu wechseln, in die Kulturen, Mentalitäten und Institutionen nachhaltig eingeschrieben. Manche halten die Geschlechterordnung darum für natürlich. Andere finden sie vernünftig und wollen, dass es so bleibt, wie es ist. Aber wer hat diese Ordnung vernünftig gemacht?

Bei dieser Frage kommt die Philosophie ins Spiel. Die Philosophie erkennt, so hat es Hegel einmal formuliert, die Vernunft in der Wirklichkeit: Der Satz aus der Vorrede von Hegels Rechtsphilosophie heißt: „Was vernünftig ist, das ist wirklich; und was wirklich ist, das ist vernünftig“ Auch die Geschlechterordnung haben die meisten Philosophen für vernünftig gehalten. Sie haben damit die Machtverteilung der Geschlechter begründet und legitimiert.

Das Seminar will nachvollziehen, wie sich die Philosophie zum Anwalt einer Geschlechterordnung mit Staatsmännern und Hausfrauen gemacht hat – auch und insbesondere in Zeiten des Auf- und Umbruchs. Die Lektüre und Interpretation zentraler Textstellen wird dabei auf dem Hintergrund einer Einführung in die jeweiligen Zeit- und Epochenumstände erfolgen.


Referentin:
Brigitte Rauschenbach, Philosophin und Professorin am Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften der Freien Universität Berlin mit dem Schwerpunkt Politische Theorie und Geschlechterforschung.

Lektüreempfehlung: http://web.fu-berlin.de/gpo/pdf/brigitte_rauschenbach/brigitte_rauschenbach_.pdf


Die Einladung kann
hier heruntergeladen werden.




Weitere Informationen und Anmeldung (innerhalb 10. März 2006):
Frauenbüro
Crispistr. 3
39100 Bozen
Tel: 0471/411 180/81
Fax: 0471/411 189
E-Mail: frauenbuero@provinz.bz.it
 


PT - 22.02.06