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Daniela Chinellato - Künstlerin

Im schönen Alter von 46 Jahren habe ich begonnen, den Beruf auszuüben, von dem ich immer geträumt habe: Künstlerin. Schon seit meiner Kindheit wollte ich Künstlerin werden, als ich im Alter von sechs Jahren mein erstes wundervolles Zeichenheft geschenkt bekam. Warum man erst nach 40 Jahren dieses Ziel erreicht, ist eine gute Frage, auf die es mir bis heute schwer fällt eine Antwort zu finden.

Vielleicht war es die Angst vor einem Bereich, in dem, wie mir schien, der Wettbewerb zu hart war oder vielleicht, weil ich mich der Rolle der dominanten Frau nicht gewachsen fühlte. Aber wahrscheinlich, weil ich, ganz allgemein, das Gefühl habe, als Frau meiner Generation ohne die geeigneten psychologischen Instrumente aufgewachsen zu sein.

Jahrelang habe ich als Handwerkerin in einer Töpferwerkstatt gearbeitet und gleichzeitig - fast heimlich - meine Leidenschaft für die Kunst gepflegt. Dann wurde ich in die USA an die San Diego State University als "artist in residence" berufen. Dort wurde meine Versuchsarbeit sehr geschätzt, was mich befriedigt und fast überrascht hat. Danach folgte eine Reise nach Afrika und die Zusammenarbeit mit der National Gallery von Harare in Simbabwe sowie ein Workshop in Litauen, wo ich mit internationalen Künstlern zusammenarbeitete. Beides hat meine Entwicklung entscheidend beeinflusst.

Nachdem ich in meine Werkstatt zurückgekehrt war, habe ich gegen meine Hemmung, meine innere Scheu rebelliert und beschlossen, mit all meinen Kräften zu versuchen, das zu machen, was mir wirklich gefiel.

Jetzt, nach tausend Zweifeln und tausend Unsicherheiten arbeite ich viel und es gefällt mir, ich fühle mich gut, wie befreit. Wahrscheinlich werde ich mich vom Übermaß an Selbstkritik und dem Hang zu Scheu und Selbstzensur, welche mir durch meine Erziehung und die gesellschaftlichen Konventionen eingetrichtert wurden, nie befreien können. Doch vorerst genieße ich es, mein Leben wieder neu zu beginnen und das zu verwirklichen, an was ich glaube und was mir meine Seele sagt.
 
Daniela Chinellato (geb. 1950 in Venedig) lebt und arbeitet in Bozen.
Ihr Diplom erhielt sie 1969 am Istituto d’Arte di Venezia, Fachrichtung Bildhauerei und Keramik. Zahlreiche Reisen und Aufenthalte im Ausland.



Eine Auswahl der letzten Ausstellungen:


2008
- Bozen, Galerie Goethe2: "respira" - Einzelausstellung und Performance (parallel zur Manifesta)
- Prag (CZ): Galerie Solaris: "ti vedo" - Einzelausstellung
- Bozen: Hypo Voralberg Leasing, Einzelausstellung
- Cervignano del Friuli (UD), Museo CID: Gemeinschaftsausstellung, kuratiert von Masin und Dell’Agnese

2007
- Ligornetto (CH), Museo Vela: "nulla è immobile" - mit N. Lazzaroni, Katalog zur Ausstellung
- Bozen, Galerie Goethe2: "crash test" - Performance, Katalog zur Ausstellung
- Bozen, arge/kunst Galerie Museum: "Die Kunst des Alterns" - Gemeinschaftsausstellung, kuratiert von Sabine Gamper

2005-2006
- Brixen, Bruneck, Bozen, Meran, städt. Krankenhäuser: "Das erschöpfte Selbst" - Gemeinschaftsausstellung, kuratiert von Sabine Gamper

2004
- Innsbruck, Nothburga Galerie: "mostra i denti: sorridi" - mit M. Langer

2003
- San Gimignano, Galleria Gagliardi – Arte Contemporanea: Katalog

2002
- Bozen, Gumergasse: "astrazione" - Installation, im Rahmen des Projektes “Künstlerbrücken”, betreut von Letizia Ragaglia
- Schwaz, Tyrolit: "la materia dei ricordi"
- Bruneck, Issinger See: "kamine, teufel, amigos"
- Bozen, Galerie Prisma: “ma questo lo so fare anch’io” - mit A. v. Hellberg

2000
- Bruneck, Stadtgalerie: "Bellissimo" - Einzelausstellung

1999
- Bozen, Garten Hotel Laurin – Museion, Museum für Moderne Kunst: "Luoghi" - kuratiert von Pierluigi Siena, Katalog zur Ausstellung



Im Oktober 2009 präsentiert Daniela Chinellato im Rahmen des Projektes "time code" (Kuratorin: Letizia Ragaglia) eine Reihe von Installationen in Bozen/Gries.



Ciminiere 2002
Abbracciamoci 2002
 
 
 
Ciminiere, 2002
 
Abbracciamoci, 2002
 
 
 
astrazioni 2002
 
Amigos!
 
 
 
Astrazioni, 2002
 
Amigos!, 1998