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Frauenmuseum "Evelyn Ortner" - Die Frau im Wandel der Zeit

Was erwartet Sie bei uns?
Das Frauenmuseum wurde 1988 von der leidenschaftlichen Sammlerin Evelyn Ortner (1944-1997) gegründet, nach der das Museum benannt worden ist. In der permanenten Ausstellung des Frauenmuseums erwartet Sie Kultur- und Alltagsgeschichte aus weiblicher Sicht: die Darstellung von Frauenidealen, -bildern und -rollen im 19. und 20. Jahrhundert anhand von Kleidern, Accessoires, Alltagsgegenständen, Büchern und Dokumenten.

Was wollen wir vermitteln?
Ein Geschichtsbewusstsein: Die Vergangenheit gehört zu uns wie die Wurzeln zu einem Baum, die Gegenwart und die Zukunft sind wie der Stamm und die Krone dieses Baumes. Ohne die Geschichte(n) der Frauen, noch dazu aus ihrer Sicht, hätte der Baum nur die Hälfte der Wurzeln und stünde bestenfalls schief.
Sensibilisierung für Frauengeschichte: Darum ist die Frauengeschichte genauso wichtig wie die Geschichte der großen Helden und Taten. Wir erheben nicht den Anspruch, DIE Geschichte der Frau zu erzählen, sondern konzentrieren uns auf die Ideale, Rollen und Bilder der Frau in den verschiedensten vergangenen Epochen. Unabhängig davon, wie wenig Frauen diesen Ansprüchen gerecht werden konnten, blieben diese gültig und beständig - bis in die heutige Zeit.
Entgegentreten der Geschichtslosigkeit: Oft wird von Frauen selbst die eigene Geschichte und somit die ihres Geschlechts nicht als sehr wichtig empfunden, geschweige denn vom anderen Geschlecht. Wir spüren diese Geschichte(n) auf, geben ihr in unseren Museum Platz und damit Wichtigkeit. Frauen "prägen" genauso die Geschichte wie das andere Geschlecht, ob sie handelten, etwas zuließen, etc. - es ist darum keine Geschichte von Opfern.
Über Frauen, für alle: Dieses Geschichtsbewusstsein ist für alle wichtig, denn auch das "andere Geschlecht" hatte eine Mutter, Großmutter und Urgroßmutter, die einen Teil seiner Wurzeln darstellen und ihn geprägt haben.

Was sehen Sie zur Zeit bei uns?
Unsere derzeitige permanente Ausstellung (sie wird stets nach ein paar Jahren ausgewechselt) konzentriert sich auf drei Themen: Schönheitsideale, typische Frauenrollen, Frau und Arbeit.

Schönheitsideale: ideale Ideale?
Wir zeigen die Entwicklung der Schönheitsideale auf und beginnen vom Empire (um ca. 1800), der Zeit, in der das weibliche Geschlecht zum "schönen Geschlecht" umbenannt wurde. Seitdem ist die Beschäftigung mit der Schönheit Frauensache, während sie zuvor Angelegenheit beider Geschlechter war. Von der Mode geformte Körper, von der Kosmetik hervorgehobene Gesichter, etc. - wir erzählen anhand dieser Beispiele, wie es zum Sprichwort "Schönheit muss leiden" kam.

Typische Frauenrollen: Rollen rollen, rollen Rollen?
Spätestens seit dem Biedermeier (ca. 1815) wurde die Frau auf das Private verwiesen und ihr Leben sollte den vorgeschriebenen Bahnen entlang laufen: nach der typischen Mädchenerziehung die Einführung in die Gesellschaft auf der Suche nach dem "richtigen" Ehemann, die Ehe und die Mutterschaft bis hin zum Bild der Witwe und der alten Frau. Die anhand unserer Erzählmittel aufgezeigten Klischeevorstellungen präg(t)en die Rolle der Frau.

Arbeit: zum Beruf berufen?
Frauen waren von je her arbeitend, ob nun diese Arbeit als solche anerkannt, (angemessen) vergütet wurde oder nicht - ob nun in der Hauswirtschaft, der Erziehung oder als Hebamme und Bäuerin, später als Heim- und Fabrikarbeiterin. Erst um die Jahrhundertwende (1900) kamen Berufe auf, die heute als "typische Frauenberufe" bezeichnet werden: die Lehrerin, die Sekretärin etc. Wir stellen mit herausgegriffenen Berufsbildern und einzelnen Frauenbiografien diesen großen Bereich der Frauenrollen dar.

Was gibt es sonst noch zu sehen?
Jedes Jahr zeigen wir Ihnen in unserem Sonderausstellungssaal eine oder mehrere frauenspezifische Ausstellungen aus dem In- und Ausland, die unser Thema der Frauenideale, -bilder und -rollen vertiefen oder aus einem anderen Blickwinkel beleuchten.
Zusätzlich laufen im Frauenmuseum das ganze Jahr über die verschiedensten Veranstaltungen: Lesungen, Tagungen, Seminare, Literaturrunden. Eine fachspezifische Bibliothek in unserem Medienraum befindet sich in ständigem Aufbau.

 
Weitere Informationen zum Frauenmuseum:
Das Frauenmuseum wird seit 1997 von einem Verein mit aktiver Vereinsleitung und einem Team von MitarbeiterInnen geführt und steht seit 2005 unter der Leitung von Sissi Prader.

Anschrift:
Frauenmuseum "Evelyn Ortner"
Lauben 68, 39012 Meran
Tel: 0473/231 216
Fax: 0473/239 553
Internet: www.museia.org
Email: info@museia.org

Öffnungszeiten:
Januar bis Ende Oktober:
MO - FR 10 - 12 Uhr und 14 - 17 Uhr
SA 10 - 12.30 Uhr
November/Dezember:
FR/SA/SO 10 - 17 Uhr

Eintrittspreise und Führungen:
Erwachsene: 4 €, Schüler/SeniorInnen/StudentInnen: 3 €, mit Kur- oder Gästekarte: 3,50 €
Führungen: 5,50 € pro Person - bei Anfrage werden Führungen auch außerhalb der Öffnungszeiten durchgeführt.